Das waren noch Zeiten...
... als ich im zarten Alter von 12 Jahren meinen ersten Computer, einen ZX81 bekam. Was heißt bekam...? Ich habe mir das ca. 100,- DM teure Traumteil vom Munde abgespart und war vom ersten Tag an fasziniert von der Programmierung. Was sollte man auch sonst damit tun. An Videospiele war nicht zu denken. Satte 1 Kilobyte RAM umfasste der Arbeitsspeicher im Auslieferungszustand, den ich zum nächsten Weihnachtsfest vom Christkind höchstpersönlich auf wahnsinnige 16 Kilobyte erweitern ließ. An einen Drucker oder gar einen Massenspeicher war nicht zu denken, so dass der ZX81 oft tagelang eingeschaltet bleiben musste, um Datenverlust zu vermeiden.

Der Sinn und Zweck einer ersten kleinen Adressverwaltung, die ich programmiert hatte, hielt sich so in zweifelhaften Grenzen. Die Adressen einfach mit Schreibmaschine abzutippen und in die Schublade zu legen wäre deutlich sinnvoller gewesen. Aber es war eine gute Übung. Auch für meine Frustrationstoleranz. Wenn Mutter im Rahmen des Hausputzes den Zettel "bitte nicht anfassen" übersah und der von außen aufgesteckten Speichererweiterung empfindlich nahekam, war der Verlust der eingegebenen Adressen auf Grund eines konstruktionsseitig vorprogrammierten Wackelkontaktes, unvermeidbar. Ich konnte es verschmerzen, da der Speicher nach 10 erfassten Adressen bereits voll war und ich Anschriften und Telefonnummern meines Freundeskreises auf Grund der mehrfachen Eingabe bereits auswendig konnte.
Und heute?
Ich finde das alles unfassbar spannend und bin sehr stolz darauf, meinen Teil zur Verwirklichung innovativer Projekte beitragen zu können. Hierbei ist es natürlich nicht ganz einfach, technisch immer auf der Höhe zu bleiben. Man kann heute einfach nicht mehr alles wissen. Daher ist mir ein Grundsatz sehr wichtig:
"learn concepts, not languages"
Muster und Normen werden bei der Softwareentwicklung seit Jahrzehnten eingesetzt und sie liefern die Basis für die Umsetzung nichtfunktionaler Anforderungen wie Wartbarkeit, Erweiterbarkeit und Robustheit. Diese zu (er-)kennen und anzuwenden halte ich für extrem wichtig.
"Wenn man nur einen Hammer hat, sieht die Welt aus wie ein Nagel"

Muster und Normen werden bei der Softwareentwicklung seit Jahrzehnten eingesetzt und sie liefern die Basis für die Umsetzung nichtfunktionaler Anforderungen wie Wartbarkeit, Erweiterbarkeit und Robustheit. Diese zu (er-)kennen und anzuwenden halte ich für extrem wichtig.