Eigene Projekte

meinVorsorgepass

Online-Plattform für Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

meinVorsorgepass ist eine Plattform, die juristische Vorsorgedokumente — Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht — durch ein geführtes Interview automatisiert erstellt. Statt Mustertexten zum Abhaken bekommt der Nutzer am Ende ein individuelles, rechtssicheres Dokument, formuliert auf Grundlage seiner persönlichen Antworten und geprüft nach aktueller BGH-Rechtsprechung (insbesondere § 1827 BGB und Beschluss XII ZB 61/16).

Ergänzt wird die Dokumentenerstellung durch eine kostenpflichtige Telefonberatung mit der zuständigen Rechtsanwältin (Slot-Buchung, Stripe-Bezahlung, automatisierte Storno- und Refund-Verarbeitung) sowie eine QR-Code-basierte Notfallkarte, die im Ernstfall den Zugriff auf hinterlegte Notfallkontakte und Vorsorgedokumente ermöglicht.

Fachliche Besonderheiten

Das Herzstück ist ein schema-getriebener Interview-Generator: Die Interview-Logik — Fragen, Antwortoptionen, Score-Dimensionen, Textbausteine, Mapping-Regeln und Konfliktauflösungen — wird vollständig in YAML-Schemas beschrieben. Die Anwendung selbst kennt das Thema "Patientenverfügung" oder "Vorsorgevollmacht" nicht inhaltlich; sie interpretiert das Schema. Neue Vorsorgedokumente lassen sich dadurch ohne Code-Änderung hinzufügen.

Ein Konfliktauflösungs-System erkennt widersprüchliche Aussagen (klassisches Beispiel: Zustimmung zur Organspende bei gleichzeitiger Ablehnung aller lebenserhaltenden Maßnahmen — das Hirntodprotokoll erfordert Maßnahmen, die der Patient ausgeschlossen hat) und führt den Nutzer durch eine geführte Entscheidung, deren Auswirkungen automatisch in das finale Dokument einfließen.

Ein nachgelagerter Backoffice-Bereich erlaubt der betreuenden Rechtsanwältin, Termine zu verwalten, Status-Audit-Trails einzusehen, gedruckte Notfallkarten zu pflegen und die Interview-Schemas sowie SEO-Ratgeberartikel direkt über die Weboberfläche im S3-Bucket zu aktualisieren — ohne Re-Deployment.

Technische Architektur

Das Projekt folgt einer hexagonalen Architektur (Ports & Adapters) mit klarer Trennung von Domäne, Anwendungsfällen und Infrastruktur. Die Plattform ist als Cross-Platform-Anwendung umgesetzt: Eine Codebase liefert Web-, Android- und iOS-Auslieferungen.

Frontend: Flutter (Web/iOS/Android) mit Riverpod-State-Management, GoRouter mit deklarativen Route-Guards, generierter Dio-API-Client aus OpenAPI-Spec, JWT-Authentifizierung mit HttpOnly-Cookies (Web) bzw. Secure-Storage (Mobile), automatischer Token-Refresh-Interceptor.

Backend: Spring Boot 4 auf Java 21, API-First-Ansatz mit aus OpenAPI-Spec generierten REST-Endpoints (Server-Interfaces + Frontend-Client), JPA/Hibernate mit MySQL (TEST/PROD) und H2 (lokal), Stripe-Integration mit Webhook-Verarbeitung, Refund-Lifecycle und Idempotenzschutz, Thymeleaf für Server-gerenderte SEO-Inhalte (Ratgeber, Sitemap, robots.txt) parallel zur Flutter-App, S3-Anbindung (Infomaniak) für Schemas, Ratgeberartikel und generierte PDF-Dokumente — drei getrennte Buckets mit Lifecycle-konformer Datenablage.

Deployment: Infomaniak Jelastic Cloud (App-Node + Nginx-Node mit Reverse-Proxy), GitLab CI/CD-Pipelines pro Komponente, MinIO als lokaler S3-Mock für Entwicklungs-Setups.

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